Zeitschätzung für Projekte in unterschiedlichen Branchen

Eine Zeitabschätzung im Projektmanagement ist in der Regel eine schwere Aufgabe. Mit folgender kleinen Daumenregel kann man sich einer umsetzbaren Zeiteinschätzung recht gut annähern.

Die Idee hinter dieser kleinen Eselbrücke besteht darin, dass man sich zunächst unterschiedliche Projekt-Szenarien vorstellt. Dabei berücksichtigt man innerhalb des Projektmanagements folgende Projekt-Verläufe:

1. Optimistischer Verlauf
Wie schnell können sie die Aufgabe umsetzen, wenn alle Rahmenbedingungen im Projekt gegeben sind? Alles läuft geradlinig und es gibt keine Komplikationen.

2. Realistischer Projekt-Verlauf
Überlegen sie anhand ihrer bisherigen Erfahrungen, wie schnell sie das Projekt tatsächlich umsetzen können. Rechnen sie dabei störende Kollegen, nervende Kunden und einen nörgelnden Chef mit ein.

3. Pessimistischer Verlauf
Wie lange brauchen sie, wenn alles schief läuft? Beziehen sie dabei Dinge wie einen defekter Computer, kranke Kollegen und fehlende Ressourcen mit ein.

Daumenregel für die Zeitschätzung

Nehmen sie die eben ermittelten Werte für den optimistischen, realistischen und pessimistischen Projektverlauf für berechnen sie die Zeit nach folgender Formel:

1 x optimisch + 4 x realistisch + 1 x pessimistisch
6

Das Ergebnis dieser Formel ist statistisch gesehen eine sehr gute Annäherung an den tatsächlichen Verlauf des Projektes.

Beispiel:
Nehmen wir an, dass sie die Erstellung eines Konzeptes für eine Website im optimistischen Fall in 4 Stunden erledigen können. Rechnet man nun alle störenden Faktoren mit ein, benötigen sie vermutlich eher 8 Stunden. Sollte nun ihr Rechner ausfallen und sie die dringende Arbeit eines Kollegen übernehmen müssen, benötigen sie vermutlich eher 20 Stunden.

1 x 4 Stunden + 4 x 8 Stunden + 1 x 20 Stunden
6

Das Ergebnis ist ca. 9,3 Stunden, d.h. eine umsetzbare Zeit liegt vermutlich bei knapp 9,5 Stunden.